Thomas kam irgendwann mit dem Grundriff um die Ecke und es war sofort
klar: „Das wird genommen!“. Eine Einstimmigkeit die bei uns eher selten
vorkommt. Trotzdem dauerte es noch eine ganze Zeit bis der Song
fertiggestellt wurde, da soweit ich mich entsinne die Entwicklung des
doppelten Strophenteils recht lange dauerte.
Der Text befasst sich mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und
die Message lautet: „Nimm was das Leben dir bietet und nicht was andere
meinen, dass du es brauchst!“
Sicherlich einer der positivsten Songs. Ich liebe den Solo-Abschluss-Sweep
von Niklas.
Jewel Song
Der „Niveau“-Song der Band, zumindest unter dem Limbo-Aspekt. ;)
Der Gedanke war der, dass zu einem straighten Rock-Song auch ein
straighter, nicht ganz ernst zu nehmender Text gehört.
Das Ergebnis ist „hochromantisch“: Ein Mann manifestiert seiner
Angebeteten seine Liebe auf sehr deutliche Art und Weise. ;)
Nur zur Richtigstellung: Die angesprochenen „Moves“ sind natürlich
Tanzschritte, die „Buddies“ die wie eine „Frisbee“ geschüttelt werden sind
die Freunde die natürlich mittanzen dürfen und mit dem „Backdoor Jam“ ist
das Konzert der Band „Burning Ham“ gemeint, was an der Hintertür des
Hauses stattfindet.
Was mit den gerösteten Juwelen gemeint ist, weiß ich leider auch nicht.
Wahrscheinlich irgendetwas hochmetaphorisches. ;)
Übrigens der einzige Text, den die gesamte Band zusammen geschrieben
hat... sollten wir vielleicht sein lassen! :P
Five Fingers - One Fist
Das Herzstück der EP wenn man so will.
Mir spukte schon seit Ewigkeiten ein Spruch aus der linken Szene im Kopf
herum, der über eine abgebildete Hand geschrieben war:
“Dies sind nur Fünf Finger - aber geballt sind sie eine Waffe!“
Aus diesem Gedanken entstand dieser, wohl politischste Text, den wir je
verfasst haben. Dabei geht es noch nicht einmal direkt um aktuelle
Personen, Machthaber und Konzerne, sondern unterdrückende Instanzen im
Allgemeinen, gegen die wir uns alleine nicht zu wehren im Stande sind.
Der Gedanke ist der, dass jeder alleine zwar noch nichts machen kann, aber
jeder seinen Beitrag leisten sollte, zumindest seinen eigenen Verstand zu
gebrauchen und sich gegen die „Friss oder Stirb“ - Mentalität aufzulehnen,
da dies im Konsens zu einem Umschwung führen muss.
Der Song selbst ist sehr groovig angelehnt und drückt vor allem live sehr
gut, wie ich finde. Vor allem die Breakdowns vor den Refrains und das
Bass/Gitarre/Gitarre-Solo vorm letzten Refrain sind in meinen Augen sehr
gelungen. Das erstaunliche am Soloteil ist, dass hier eigentlich komplett
die Rollen getauscht wurden: Normalerweise ist Niklas für die schnellen
Frickelsoli zuständig, während Thomas eher die klassische, harmonische
Schiene bedient - bei Five Fingers ist es genau umgekehrt.
Threshold
Der jüngste Song der Platte.
Erst 2 Wochen vor dem Studiotermin fertig geworden stand eine Woche vorher
immer noch nicht fest, ob er es auf die EP schafft, zumal „Lost Alone“
(welches sich in unserem derzeitigem Liveset befindet) über einen
ähnlichen Charakter verfügt. Wir sind allerdings mehr als froh, dass
Threshold es auf „Five Fingers...“ geschafft hat, da es einstimmig
bandintern mittlerweile zu den Highlights zählt und auch die Live-Tests
bisher mit bravour gemeistert hat.
Die Idee mit der „Operneinlage“ von Uuuut über die Bridge vorm Solo ist im
Studio aus einer Blödelei heraus entstanden und hat sich als
humoristischer Dauerbrenner während der Sessions etabliert. Daher konnten
wir es auch nicht übers Herz bringen es in der endgültigen Version nicht
stehen zu lassen, worüber wir sehr froh sind.
Das Sweeping-Twin-Solo ist in meinen Augen eines der Highlights der
gesamten Platte: Blitzsauber gespielt und absolut Over-The-Top, im
positiven Sinne, verdeutlicht es sehr gut das grosse Potential dieser
doppelten Lead-Gitarrenfraktion in Person von Thomas Schmidt und Niklas
Krause.
Der Text ist eher kryptisch angelegt und mehrdeutig zu verstehen. Es geht
im Großen und Ganzen um die Trennung und Abgrenzung von bestimmten
Personen, die auf dem Lebensweg eines jeden einzelnen passieren und die
oft traurig aber meistens unumgänglich sind, aus welchen Gründen auch
immer. Auf welche konkreten Situationen man das bezieht bleibt jedem
selbst überlassen.
My Last Day
Ein Song der so ziemlich alles beinhaltet, was „Burning Ham“ ausmacht:
Sphärische Parts, ein groovender Refrain, nach vorne gehende
Strophenparts, eine harte Bridge zwischen den Strophen, eine proggige
Bridge vorm Refrain und ein ausgedehntes Gitarrenbattle im Soloteil.
Umso erstaunlicher wenn man bedenkt, dass es der erste Song ist, den wir
je geschrieben haben und er mittlerweile auch schon knapp über ein Jahr
auf dem Buckel hat An der Struktur hat sich seitdem nichts geändert.
Komplikationen gab es trotzdem, als wir noch im Studio einen komplett
neuen Text verfassen mussten, da der Alte grammatikalisch einfach nicht
veröffentlichungswürdig war ? sehr zum Leidwesen von Thorsten, der sich
innerhalb von wenigen Stunden einen komplett neuen und recht komplexen
Text reinziehen musste. Angesichts dieser Tatsache finde ich die
Gesangsleistung umso beachtlicher.
Inhaltlich geht es um das Ende einer Beziehung und die gedanklichen
Nachwirkungen die damit verbunden sind. Man sucht oft immer noch nach
Zeichen der alten Vertrautheit und fühlt sich, als wäre alles um einen
herum grau und die Hölle. In dem Text passiert allerdings eine Entwicklung
die ebenfalls charakteristisch in solchen Situationen ist:
Irgendwann kommt der Punkt, an dem sich der Schleier vor den Augen lüftet
und man nicht mehr nur das Schlechte am Abschied sieht, sondern auch die
neuen Chancen, auch wenn das im Text zugegebenermaßen sehr drastisch
dargestellt ist. Am Ende nämlich, steht auch eben doch nicht, wie der
Titel vermuten lässt der Abschied, sondern ein neuer Anfang...
Dies wird durch das Feedback verdeutlicht, was bereits zu Anfang der
Platte auftauchte und was es so ermöglicht direkt wieder zum Anfang zu
springen. Insofern gehören „My Last Day“ und „Supersonic Song“ inhaltlich
schon zusammen und sind Teile eines losen Konzepts.
Daher könnte „Five Fingers...“ auch durchaus mit dem letzten Song
beginnen. Dass es das nicht tut jedoch unterstreicht die Aussageabsicht
von „Supersonic Song“...