Five Fingers - One Fist (2006)

1 ...Like A Supersonic Song
2 Jewel Song
3 Five Fingers - One Fist
4 Threshold
5 My Last Day



linernotes


...Like A Supersonic Song

Thomas kam irgendwann mit dem Grundriff um die Ecke und es war sofort klar: „Das wird genommen!“. Eine Einstimmigkeit die bei uns eher selten vorkommt. Trotzdem dauerte es noch eine ganze Zeit bis der Song fertiggestellt wurde, da soweit ich mich entsinne die Entwicklung des doppelten Strophenteils recht lange dauerte.
Der Text befasst sich mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Message lautet: „Nimm was das Leben dir bietet und nicht was andere meinen, dass du es brauchst!“
Sicherlich einer der positivsten Songs. Ich liebe den Solo-Abschluss-Sweep von Niklas.

Jewel Song

Der „Niveau“-Song der Band, zumindest unter dem Limbo-Aspekt. ;)
Der Gedanke war der, dass zu einem straighten Rock-Song auch ein straighter, nicht ganz ernst zu nehmender Text gehört.
Das Ergebnis ist „hochromantisch“: Ein Mann manifestiert seiner Angebeteten seine Liebe auf sehr deutliche Art und Weise. ;)
Nur zur Richtigstellung: Die angesprochenen „Moves“ sind natürlich Tanzschritte, die „Buddies“ die wie eine „Frisbee“ geschüttelt werden sind die Freunde die natürlich mittanzen dürfen und mit dem „Backdoor Jam“ ist das Konzert der Band „Burning Ham“ gemeint, was an der Hintertür des Hauses stattfindet.
Was mit den gerösteten Juwelen gemeint ist, weiß ich leider auch nicht.
Wahrscheinlich irgendetwas hochmetaphorisches. ;)
Übrigens der einzige Text, den die gesamte Band zusammen geschrieben hat... sollten wir vielleicht sein lassen! :P

Five Fingers - One Fist

Das Herzstück der EP wenn man so will.
Mir spukte schon seit Ewigkeiten ein Spruch aus der linken Szene im Kopf
herum, der über eine abgebildete Hand geschrieben war:
“Dies sind nur Fünf Finger - aber geballt sind sie eine Waffe!“
Aus diesem Gedanken entstand dieser, wohl politischste Text, den wir je verfasst haben. Dabei geht es noch nicht einmal direkt um aktuelle Personen, Machthaber und Konzerne, sondern unterdrückende Instanzen im Allgemeinen, gegen die wir uns alleine nicht zu wehren im Stande sind.
Der Gedanke ist der, dass jeder alleine zwar noch nichts machen kann, aber jeder seinen Beitrag leisten sollte, zumindest seinen eigenen Verstand zu gebrauchen und sich gegen die „Friss oder Stirb“ - Mentalität aufzulehnen, da dies im Konsens zu einem Umschwung führen muss.
Der Song selbst ist sehr groovig angelehnt und drückt vor allem live sehr gut, wie ich finde. Vor allem die Breakdowns vor den Refrains und das Bass/Gitarre/Gitarre-Solo vorm letzten Refrain  sind in meinen Augen sehr gelungen. Das erstaunliche am Soloteil ist, dass hier eigentlich komplett die Rollen getauscht wurden: Normalerweise ist Niklas für die schnellen Frickelsoli zuständig, während Thomas eher die klassische, harmonische Schiene bedient - bei Five Fingers ist es genau umgekehrt.

Threshold

Der jüngste Song der Platte.
Erst 2 Wochen vor dem Studiotermin fertig geworden stand eine Woche vorher immer noch nicht fest, ob er es auf die EP schafft, zumal „Lost Alone“ (welches sich in unserem derzeitigem Liveset befindet) über einen ähnlichen Charakter verfügt. Wir sind allerdings mehr als froh, dass Threshold es auf „Five Fingers...“ geschafft hat, da es einstimmig bandintern mittlerweile zu den Highlights zählt und auch die Live-Tests bisher mit bravour gemeistert hat.
Die Idee mit der „Operneinlage“ von Uuuut über die Bridge vorm Solo ist im Studio aus einer Blödelei heraus entstanden und hat sich als humoristischer Dauerbrenner während der Sessions etabliert. Daher konnten wir es auch nicht übers Herz bringen es in der endgültigen Version nicht stehen zu lassen, worüber wir sehr froh sind.
Das Sweeping-Twin-Solo ist in meinen Augen eines der Highlights der gesamten Platte: Blitzsauber gespielt und absolut Over-The-Top, im positiven Sinne, verdeutlicht es sehr gut das grosse Potential dieser doppelten Lead-Gitarrenfraktion in Person von Thomas Schmidt und Niklas Krause.
Der Text ist eher kryptisch angelegt und mehrdeutig zu verstehen. Es geht im Großen und Ganzen um die Trennung und Abgrenzung von bestimmten Personen, die auf dem Lebensweg eines jeden einzelnen passieren und die oft traurig aber meistens unumgänglich sind, aus welchen Gründen auch immer. Auf welche konkreten Situationen man das bezieht bleibt jedem selbst überlassen.

My Last Day

Ein Song der so ziemlich alles beinhaltet, was „Burning Ham“ ausmacht:
Sphärische Parts, ein groovender Refrain, nach vorne gehende Strophenparts, eine harte Bridge zwischen den Strophen, eine proggige Bridge vorm Refrain und ein ausgedehntes Gitarrenbattle im Soloteil.
Umso erstaunlicher wenn man bedenkt, dass es der erste Song ist, den wir je geschrieben haben und er mittlerweile auch schon knapp über ein Jahr auf dem Buckel hat An der Struktur hat sich seitdem nichts geändert.
Komplikationen gab es trotzdem, als wir noch im Studio einen komplett neuen Text verfassen mussten, da der Alte grammatikalisch einfach nicht veröffentlichungswürdig war ? sehr zum Leidwesen von Thorsten, der sich innerhalb von wenigen Stunden einen komplett neuen und recht komplexen Text reinziehen musste. Angesichts dieser Tatsache finde ich die Gesangsleistung umso beachtlicher.  
Inhaltlich geht es um das Ende einer Beziehung und die gedanklichen Nachwirkungen die damit verbunden sind. Man sucht oft immer noch nach Zeichen der alten Vertrautheit und fühlt sich, als wäre alles um einen herum grau und die Hölle. In dem Text passiert allerdings eine Entwicklung die ebenfalls charakteristisch in solchen Situationen ist:
Irgendwann kommt der Punkt, an dem sich der Schleier vor den Augen lüftet und man nicht mehr nur das Schlechte am Abschied sieht, sondern auch die neuen Chancen, auch wenn das im Text zugegebenermaßen sehr drastisch dargestellt ist. Am Ende nämlich, steht auch eben doch nicht, wie der Titel vermuten lässt der Abschied, sondern ein neuer Anfang...
Dies wird durch das Feedback verdeutlicht, was bereits zu Anfang der Platte auftauchte und was es so ermöglicht direkt wieder zum Anfang zu springen. Insofern gehören „My Last Day“ und „Supersonic Song“ inhaltlich schon zusammen und sind Teile eines losen Konzepts.
Daher könnte „Five Fingers...“ auch durchaus mit dem letzten Song beginnen. Dass es das nicht tut jedoch unterstreicht die Aussageabsicht von „Supersonic Song“...

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